Isla del Sol und Neujahr

25 08 2012

Hallo Zusammen

Nach dieser kräftezehrenden Wanderung habe ich erst mal einen Tag ausgeruht. Auf dem Weg nach Copacabana habe ich dann Gustabo (argentinischer Koch, einer von der Gruppe auf der Wanderung) getroffen mit dem ich die nächsten 2 Wochen zusammengereist bin. Er finanzierte sich die Reise so halb mit Gitarre spielen und Bändchen knüpfen wodurch die Reise Art mal ganz anders war. Durchgängig irgendwo auf der Straße hängenbleiben und ein bisschen mit anderen Musikmachen, das hat was. In Copacabana kamen wir dann rechtzeitig zum Neujahrsfest der Inka (Ini Rani) an und es gab Nachts eine Fette auf dem Heiligen Berg mit Schamanen und Ritualen zur Wahrsagung (Die Sonne ist dieses Jahr erzürnt). Und zum Sonnenaufgang wurde erstmal die Sonne umarmt, wobei vorher allerlei Opfergaben an Pajamama ins Feuer wanderten (besonders viel Alkohol). Sehr schöner Moment. Und dann ging es direkt auf die Isla del Sol. Wir hatten uns mit Lebensmitteln für 10 Tage eingedeckt (ein Koch achtet eben auf die Ernährung) und dann haben wir an verschiedenen Stränden gecampt, wobei die eigentliche Wanderung nur 20 km lang ist. Von den einsammen Stränden ging es manchmal noch zur nächsten Kneipe (1‘:30 Stunden entfernt) nur um dann mit der Flasche Schnaps über die Insel zu holpern. Morgens konnte man sogar in den See springen. Nach 4 Tagen haben wir uns dann wieder auf den Rückweg gemacht um weiter nach Cusco zu fahren.

Schöne Grüße

Jan



Sorata und das Ende der Welt

25 08 2012

Hallo Zusammen

Nach einem verflucht kalten Tag in La Paz ging es weiter nach Sorata, dem Trekkingmekka Boliviens. Hatte ein nettes Hostel gefunden und die Plaza lud einfach zum Relaxen ein. Nach einem entspannten Tag in der Stadt ging es dann mit dem Taxi zu einem anderen Bergdorf, von wo aus die Wandertour am Rande dieses riesigen Bergmassivs startete. Der Weg führte durch traumhaft einsame Dörfer, einzig einige Schaffs Hirten hat man getroffen. Naja was heißt schon Hirten das waren die waren Bergsteiger (wenn einem eine 60 jährige Oma mit ihren Schaffen auf einem 60 Grad steilen Hang entgegengejoggt kommt und die die 1000 Höhenmeter hochjoggt wofür man runter schon doppelt so lange gebraucht hat dann ist man doch sehr beeindruckt). Nach einigen Wirrungen habe ich recht spät ein altes verlassenes Fort zum campen gefunden (Holz für ein Feuer ist oberhalb von 4000 Meter Mangelware). Am nächsten Tag ging es dann weiter zur Laguna Chilene. Leider hatte ich mich vollkommen verlaufen. Hirten antworten generell mit „Si“ und sind nicht gerade eine Hilfe. Nach stundenlangen Irrwegen querfeldein  (mit recht steilen Klettereinlagen) habe ich dann doch irgendwann den See gefunden. Zum Glück gab es noch eine Gruppe Argentinier die mich zu heißem Api einluden (es gab kein Holz für ein Feuer) und mir am nächsten Tag den Weg zeigten. Beim Abendlichen Zähneputzen wurde ich noch von einem wahren Naturschauspiel. Ein Meteor (recht nah) zog eine wirklich beeindruckt große Feuerspur hinter sich her. Im ersten Moment habe ich nur an das Ende der Welt gedacht und wartete auf den alles zerstörenden Einschlag. Irgendwie war es dann doch nicht so schlimm und so ging es am nächsten Morgen weiter zum nächsten See auf 5000 Meter. Das Gepäck habe ich noch irgendwo versteckt (Diebe treiben sich dort rum, habe später auf meiner Reise auch jemanden getroffen dem genau dort alles gestohlen wurde). Die 1000 Höhenmeter zogen sich und es gab wirklich recht angsteinflößende Kletterpartie. Auf dem Weg zurück wurde ich dann noch von einem Schneesturm überrascht. Glücklicherweise habe ich die steilen Abschnitte noch vor der völligen Vereisung passieren können. Schnell noch mein Zelt im Schnee aufgebaut als ich endlich mein Zeug unter der Schneedecke gefunden hatte. Am nächsten Tag sah’s ich dann ziemlich in der Klemme der Pass war völlig vereist und die Sonne wollte einfach nicht den Schnee schmelzen. Zum Mittag habe ich dann angefangen mit einem Stein bewaffnet den Pass von Eisplatten zu reinigen. Das hieß 2 Stunden  Plagerei mit purem Nervenkitzel (steil war es auch noch). Irgendwie habe ich das dann doch alles überlebt und es folgte noch ein Abstieg über 2000 Höhenmeter. Das erste Mal das ich wirklich an meine Grenzen kam nicht nur Körperlich es war auch nervlich Anstrengend. Trotzdem wurde ich mit überwältigenden Aussichten über den Titkakasee belohnt.

PS: Wenn ihr es noch nicht gemerkt habe ich bleibe ein bisschen länger.

 



Die Todesstrasse in die grüne Höhle

29 07 2012

Hallo Zusammen

Nach der Kleinen Pause ging es dann weiter nach Rurrebuaque. Um rechtzeitig an der Bushaltestelle zu sein sollte man sich um 12 Uhr auf den Weg machen. An der Haltestelle angekommen (es regnete und stank nach Pisse, sehr deprimierend) erfuhr man dann dass es ja eine Baustelle (ungefähr ein Jahr) gibt und diese ist nur ab vier passierbar. Also Warten, Warten und Warten. Glücklicherweise hat diese Lethargie der Bolivianer abgefärbt und ich kann so etwas mit deutlich mehr Gelassenheit hinnehmen. Beim Warten auf dem Bus habe ich Simona (Physiologin aus Basel) kennengelernt mit der ich zusammen die nächste Woche gereist bin. Auch wenn ich die Abfahrt auf der Todesstrasse schon hinter mir hatte, war ich doch nicht vorbereitet auf diesen wahren Horror. Simona hatte mich noch vor dem Einsteigen gefragt ob ich Angst habe und ich wusste nicht was sie damit meint. Ich hatte auch auf meinen Fensterplatz völlig ahnungslos bestanden. Und dann nach 10 Minuten sah’s ich da schreiend im Bus. Mein Sitznachtbar (Sohn eines Busfahrers der diese Strecke sein lebenslang schon fährt) kannte glücklicherweise alle Unfallstellen und die Todesanzahl. Hauptproblem der Straße ist vor allem das sie recht unstabil ist (viele Erdrusche). Aber bei weitem gefährlicher ist das die Busfahrer bei der 20 Stündigen Fahrten einschlafen. Um dies zu verhindern, nehmen sie Koks und trinken Alkohol (ich hatte mich schon immer gefragt warum die so drauf sind). Also zusammengefasst sah’s ich gerade in einem Bus der ungefähr 5 cm (Reifen- Abgrundabstand)  neben einem 200-300 Meter Abgrund auf einer instabilen Straße dahin rast und der Fahrer war auf Koks und besoffen. Mit meiner Angst wahr ich nicht allein, auch die Bolivianer haben zwischen durch aufgeschrien und so unbegründet war sie nicht, im gleichen Zeitraum ist auf der Straße eine ganze Fußballmannschaft in den Tod gestützt. Zurück habe ich dann einen Flug genommen. Angekommen, haben wir uns erst mal auf die Suche nach einer Dschungeltour gemacht. Ich hatte Simona überzeug auf eine Pampatour aus ökologischen Gründen zu verzichten (abgesehen davon ist das reiner Massentourismus wo die Tiere einem vor die Füße gelegt werden und man sie streicheln darf). Nach langer Suche haben wir dann die ökoetno Agentur Mashane  gefunden. Wirklich super. Für ein paar Bolivianos mehr hatten wir einen Guide, Bootsmanns und Koch für 3 Tage für uns. Die Hütten im Dschungel und das Essen waren super und man konnte einfach entscheiden was man machen möchte. Nach einer 4 Stündigen Bootsfahrt in den Nationalpark und zu den Unterkünften ging es erst mal in den Busch. Der Guide war wie ein Mogli und man hat so mit der Zeit immer mehr über diesen Lebensraum gelehrt. Welche Geräusche zu welchem Tier gehört, was die Pflanzen so machen usw. Und so schlichen rannten und krochen wir durch den Dschungel mal den Geräuschen von Wildscheinen folgend, mal den seltsamen windähnlichen Geräuschen von Brühlaffen folgend. Am Abend ging es dann noch ans Flussufer um zwischen Kaimanen, Tapire zu beobachten (hatten Pech so ist das eben, aber meistens ist der Weg  ja so oder so das Ziel. Am nächsten Morgen ging es dann zum Piranha fischen. Nach 200 Baumstümpfen habe ich dann auch einen echt dicken am Hacken gehabt. Dann sind wir weiter auf dem Fluss zu einer Sandbank wo wir die kleinen Piranhas dann als Köder für die Großen benutzten und nach 10 Minuten hatte ich einen fetten Tigerfisch in der Hand. Der natürlich sofort auf den Grill wanderte  (sehr lecker). Abends ging es noch zu einer Papageienkolonie und wir haben mitten im Dschungel geschlafen. Am nächsten Tag wusste ich nicht so recht ob ich nun den 200 Wildschweinen hinterherrennen oder wegrennen sollte. Und dann ging es auf dem selbstgebauten Floss zurück. Übrigens narkotischen Pflanzen und Färbemittel sind wirklich sehr wirksam. Abends zurück in Rurrebuaque noch bis zum Ende in der Karaoke Bar gegenüber der Hostel rumgehangen. Das Gejaule war so laut man hätte so oder so nicht schlafen können. Da es keinen Rückflug nach La Paz für den nächsten Tag  gab haben wir noch als kleine Motorradgang die Gegend unsicher gemacht (echtes offroad Erlebnis auf den geliehen Taxibikes). Und dann ging es von der Graspiste in dem Miniflugzeug zurück nach La Paz.

Schöne Grüße

Jan



Geburtstagstrekk

10 07 2012

Hallo Zusammen

Von Corioco aus ging es in den frühen Morgenstunden Richtung La Paz. 1-2 Stunden vor La Paz am Pass Le Cumble auf 4600 Metern befand sich der Startpunkt des Chorotrekks. Am Eingang zum Nationalpark war leider niemand und so habe ich mir die Infokarte einfach stibitzt. Es sollte immerhin mein einziges Kartenmaterial für die nächsten 4 Tage sein. Und so ging es dann hinauf zum Pass, das heißt 20 Schritte, Kippen Pause, 20 Schritte Pause… Leider war die Wegfindung nicht so einfach und so stellte sich die Frage welcher Pass denn derRichtige ist. Glücklicherweise waren da noch 4 anderen die sich den Berg hochquellten die ich Fragen konnte. Leider hatten die 4 Hippieargentinier auch keine Ahnung aber ich habe mich ihnen sicherheitshalber für die nächsten Tage angeschlossen, da sie wenigstens genug zu essen dabei hatten. Die Bilder sprechen denke ich mal für sich aber oben hatte ich wohl eine der schönsten Aussichten überhaupt. Der Inka Weg war für sein Alter auch noch recht gut in Schuss. Im nächsten Tal in alten Inkaruinen wurde dann erst mal gecampt (eigentlich erst die halbe Tagesetappe aber die Argentinier waren eher gemütlich und ich bin in der Höhe noch langsamer). Nettes Essen aber danach gab es Ärger. Ein Bauer erzürnte sich, wir hätten sein Holz benutzt und ein altes Eisengerüst zerstört (Untersetzer für den Topf). Einziger Ausweg für einen Bolivianer in so einer Situation ist das Motto „Auge um Auge…“ und so stand er da, mit der Fackel in der Hand und wollte mein Zelt niederbrennen (Scheisse). Insgesamt konnte ich die Situation wirklich schwer einschätzen die moralischen Einstellungen sind doch sehr verschieden. Das Eisengerüst war schon vorher Schrott und wenn Holz unter Sträuchern auf dem Boden liegt dann ist das Allgemeingut für mich. Anderseits steht da ein beinah weinender Bauer mit Fackel in der Hand vor einem und will Rache. Um die Sache aus der Welt zu schaffen sollten wir einen horrenden Betrag zahlen. Nach langer Diskussion haben wir uns dann darauf geeinigt am nächsten Tag auf seinem Hof zu Arbeiten. Dazu ist es nicht gekommen wir sind einfach am nächsten Tag weiter. Ob das nun Moralisch verwerflich war weiß ich nicht (wollte aber auch nicht für einen wütenden Bauern arbeiten), im Nachhinein erschien es doch zu sehr nach einer Touristenabzocke wobei sehr authentisch. Auch am 2 Tag ging es nicht so weit um 2-3 Uhr wurden die Zelte aufgeschlagen. Es ging durch schöne Berglandschaften, im Tal wechselte es dann in die Yungas. Nun ja aus meinem Plan an meinem Geburtstag in Corioco zurück zusein wurde also nichts. Auch war es mir ein bisschen Unangenehm die ganze Zeit mich von den Hippies durchfüttern zulassen und so entschloss ich mich zu beeilen. Von Kolibrien umschwirrt ging es durch die Yungas immer weiter bergab. Alle 10 Minuten gab es ein Wasserfall in dem man sich Abkühlen konnte. Mit anderen Worten sehr schön. Aber ich habe es nicht geschafft rechtzeitig anzukommen. So habe ich zu meinem Geburtstag bei einem Bauern übernachtet der die ganze Zeit seinen neuen Ofen aus Lehm formte. Etwas anderer Geburtstag und doch sehr schön es fehlte nur ein Bier am Abend. Am nächsten Tag habe ich es dann doch bis Coroico geschafft. Bin wieder in dem schönen Hostel abgestiegen und habe mich über die elektronische Post und die Videos gefreut die ihr mir gesendet habt. Habe erst mal 1 Tag dann am Pool rumgehangen.

Schöne Grüße

Jan

 



Back on the Road

9 06 2012

Hallo Zusammen

So nach der längeren Pause in Sucre ging es dann endlich weiter. Zuerst bin ich nach Potosi gefahren, die höchste Stadt der Welt. Eine alte Minenstadt und der Berg sieht wirklich aus wie ein Schweizerkäse. Dort angekommen ging es erst mal in einen Shop um eine Stange Dynamit und puren Alkohol zu kaufen (beides legal für weniger als 2 Euro zu bekommen). Und dann habe ich die Minen besucht. Fast nicht auszuhalten die Luft da unten und die besoffen Minenarbeiter mit dem Dynamit vermitteln auch nicht gerade ein Gefühl von Sicherheit. Ein wirklicher scheiss Job. Interessant ist das alle praktisch in eigen Regie Arbeiten. Das heißt jeder darf buddeln wo er will bezahlt wird am Schluss nach Gewicht. Es gab auch interessante Museen. Abends bin ich noch mit einigen Leuten ausgegangen wobei die Höhenluft einem zu schaffen macht. Am nächsten Tag ging es über Sucre nach Sameipata (12 Stunden Busfahrt mit 45 Grad Schieflage und 3 Pannen, ich hätte nicht gedacht das diese Straße von irgendeinem Fahrtzeug bezwungen werden könnte, besonders nicht mit dem Bus). Ein kleines Dorf in den Yungas mit Regenwald und ganz vielen Auswanderen. Habe ein schönes Hostel gefunden und am ersten Tag habe ich „El Fuerto“ mit dem Mountainbike bezwungen. Coole Tour leider war oben alles voller Nebel und Wolken und diese Inkakultstädte ist zwar interesant aber es gab dann nicht so viel zu verstehen. Abends noch mit zwei netten Französinnen einen draufgemacht. Am nächsten Tag habe ich eine Dshungelwanderung mit einer Gruppe gemacht. Wunderschöne Landschaft und die letzten 3 Stunden quer durch den Busch (wir haten uns verlaufen) haben Spass gemacht. Den nächsten Tag bin ich mit Josefine zu Wasserfällen gefahren. Zum Baden war es ein bisschen kalt aber wir haben hinter den Wasserfällen einen Flusslauf gefunden, dem man einfach Barfuss weiter Flussaufwärts folgen konnte und so haben wir uns mit Flipflops auf eine 4-5 Stunden Wanderung gemacht. Man musste einfach weiter, die Landschaft war so schön und wir haben Tier usw. gesehen. Naja am Schluss sind wir dann doch umgekehrt da wir uns nicht ganz sicher waren ob das noch irgendwo in die Zivilisaation zurückführt und es hatten sich doch auch einige kleine Tiere an uns festgesetzt., von den 100 Mückenstichen mal ganz zu schweigen. Auch wenn es sich um ein kleines Dorf handelt kann man ganz gut dort ausgehen. Am nächsten Tag ging es dann weiter nach Santa Cruz. Hässlich laut und hektisch (es gab natürlich Demonstrationen und es hat gerechnet). War nur den Abend Sushi essen (recht nobel) und habe am nächsten Tag den Bus nach Villa Turina genommen. Ich Kam im strömenden Regen an am Sonnstag an. Selten so was trostloses gesehen. Ein Truckerstadt im Dshungel und das bei dauerregen und wenn es mal aufgehört hat war es so schwül das es auch Regnen hätte können. Meine Motivation war da schon ein bisschen angeschlagen, eigentlich wollte ich ja eine Dshungeltour machen aber es gab auch keine Leute oder Agenturen (alles zu). So habe ich mich im Hostel ausgeruht. Leider habe ich den Tag umsonst gewartet und so habe ich mich am nächsten Tag aus diesem Moloch verabschiedet. Ich glaube ich mag die CClimazone Dshungel nicht wirklich. Hatte ich mich zum allen Überfluss dort auch noch ein bisschen Erkältet. Nächste Station war Chochabamba. Eine recht nette Stadt, das Clima ist deutlich angenehmer (Sonne, 25 Grad, trocken). Zwei Tage habe ich meine Erkältungauskuriert und mir entspannd die Stadt angeschaut. Haupt Sehenswürdigkeit ist eine 42 Meter hohe Jesusstatur. Mein liebligsplatzt war der Markt (Guter Cafe, Milchshakes, leger Essen und immer was los). Dann ging es weiter nach La Paz. Im Bus habe ich noch einen sehr netten Bolivianer kennengelernt. Kaum in La Plaz angekommen (0 Uhr) ging es ins Nachtleben. Nach 2 Tagen bin ich dann wieder aufgetacht und habe an der Reception meinen völlig besoffenen Lehrer aus Sucre wiedergetroffen (hatte viel Geld verloren und Angst es seiner Frau zu sagen). Er war mit seiner Band unterwegs und so ging es noch mit zu ihnen eine bisschen auf dem Zimmer rumhängen. Auch wenn das nicht wirklich meine Musikrichtung ist, sind das wirklich vollblut Musiker die wirklich verdammt gut sind. Als sie sich dann auf den Weg zu ihrem Auftritt machen wollten bin ich ich ausgestiegen, ich brauchte dringend Schlaff. Das lange feiern hat sich dann am nächsten Tag mit der Wiedergeher meiner Erkältung gerächt, war doch recht lang. La Paz habe ich mir so mit einer Erkältung angeschaut. Für den Nächsten Tag habe ich mich dann für die todesmutige Abfahrt über die Deathroad angemeldet. Naja nette Landschafft aber mit dem Rad ist das jetzt nicht so gefährlich. Hatte direkt meine Sachen mitgenommen und bin dann nach Coroico (praktisch dem Ende der Deathroad). Auf dem Weg ins Dorf habe ich noch einen Schweizer kennengelernt und bin gleich mit in die luxus Hostel. Für 12 Eure die Nacht habe ich mir mal ein Privatzimmer mit hammeraussicht, Pool, Getränken und (wahnsinn) zwei Kickern auf der Terrasse. Also erstmal am Pool rumhängen und Kickern. Und da mir das so gut gefiel bin ich gleich noch einen Tag geblieben und habe eine kleine Wanderung in der Umgebung unternommen (Kokafelder gesehen und die Berglandschafft ist der Hammer). Habe auch beschlossen es ein bisschen langsamer angehen zu lassen, man kann ja auch mal einfach 1-2 Tage irgendwo rumhängen.

Schöne Grüsse

Jan



Sucre bei Durchfall

18 05 2012

Hallo Zusammen

In Surce angekommen hat mich Montesumas Rache voll erwischt und ich lag erst mal 2 Tage im Bett. Brauchte aber auch ein bisschen Schlaff. Insgesamt war ich wohl bei dem Essen ein bisschen zu neugierig, muss da in Zukunft ein bisschen aufpassen. Surce gefällt mir recht gut, viele schöne koloniale Gebäude, entspannt und es gibt immer was zu tun. Habe mich also erst mal in einer Sprachschule angemeldet und meine Sprachkünste verfeinert. Es versteht mich hier einfach niemand. Insgesamt war ich auch nicht so fleißig und ich bin nicht wirklich da wo ich sein will. Da der Durchfall doch recht dauerhaft war (nicht schlimm konnte alles machen aber für eine Weiterreise einfach Scheiße, bin ich nach einer Woche zu Krankenhaus gegangen). Man muss ja eins sagen, das Gesundheitssystem ist echt recht gut und kostet fast nichts, was läuft nur in Deutschland falsch. Nach 2 Wochen war es dann endlich wieder hart und ich etwas entkräftet. Die Zeit habe ich gut genutzt und war fleißig, hatte jeden Tag 5 Stunden Privatunterricht und habe Vokabeln gepaukt. Das Nachtleben ist recht abwechslungsreicht. Angesagt sind Karaoke Bars. War auch einmal auf einem nativen Abend wo es Maizbier (2 Liter 1,50 Euro und der Alkoholgehalt wird durch Zugabe von Puren geregelt) gab. Jetzt weiß ich wo die ganzen Panflöttenspieler herkommen, hier sind das eher die Hippies und es war recht nett.  Nach 2 Wochen wollte ich mich dann endlich wieder auf den Weg machen. Doch wie schon gesagt in Bolivien ticken die Uhren anders. Der Lieblings Ausspruch hier ist: Alles ist möglich, nichts ist sicher. Da entscheidet der Präsident einfach mal das der morgige Tag eigentlich ein Feiertag ist und Demonstrationen sieht man wirklich jeden Tag. Diese Woche war es dann Zeit für einen Generalstreik des öffentlichen Dienst und dem Transportsystem in ganz Bolivien. So ging ab Mo nichts mehr in der Stadt. Hier setzten sich die Leute einfach auf die Straße und die Busse werden quer auf die Kreuzungen gestellt womit wirklich niemand mehr durchkommt. Wie lange der Streik dauert und was geht und was nicht weiß niemand und so bin ich eine Woche länger zur Schule gegangen (die haben gearbeitet).

Schöne Grüsse

Jan



Willkommen in Bolivien

13 05 2012

Hallo Zusammen

Endlich in Bolivien angekommen fühlte ich mich wie in einer anderen Welt. Die Leute sehen anders aus die Uhren gehen anders und überhaupt ist es einfach anders. Was mir anfangs negativ auffiel war die Verschlossenheit der Leute wobei sie schon freundlich sind aber irgendwie auch ein bisschen apathisch. Öffnungszeiten existieren nicht und ich weiß nicht wie oft ich irgendwas nicht kaufen konnte weil sie gerade kein Wechselgeld hatten, also ein Geschäftssinn fehlt völlig. Aus der Grenzstadt habe ich mich dann direkt in Richtung Tupiza aufgemacht und dort erst mal ein bisschen Schlaff nachgeholt. Das Leben ist aber recht entspannt in Bolivien, auf den Zentralmarket bekommt man richtig gutes Essen. Habe mich nach und nach durch alle Speisen durchgearbeitet eine gute Abwechslung nach Argentinien (irgendwie interrasanter). Tupiza liegt in mitten einer Wildwest Landschafft und ist der Ausgangspunkt für eine Jeep Tour durch die Salzwüste. Eigentlich wollte ich ja ein paar Tage in der Stadt bleiben aber irgendwie ist es nur eine Transferstadt und diese Hektik hat mich ein bisschen angesteckt. Trotzdem wollte ich mir eine Reittour nicht entgehen lassen und so habe ich mich auf die Suche nach Leuten und einer Tour gemacht. Leider war keiner aufzutreiben der mich auf einer 3 Tages- Pferdetour begleiten wollte und so stand ich kurz davor dies alleine zu machen. Glücklicherweise habe ich noch am Abend 3 Mädels kennengelernt die sie zu einer 1 Tages Tour auf dem Pferd überreden ließen falls ich danach mit ihnen die Salzwüstentour machen würde. Und so ging es am nächsten Tag durch die Steppe. Habe mich wirklich wie ein Cowboy gefühlt. Richtig im Galopp durch Flüsse usw. Insgesamt bin ich für dies aber nicht gebaut und so stellte sich das Sitzen die nächsten Tage als echte Herausforderung heraus. Mit dem Jeep ging es dann am nächsten Tag Richtung Uyuni durch eine völlig unwirkliche Landschafften. Habe selten so eine Einsamkeit erlebt. Übernachtet wurde in Minidörfen. Insgesamt waren wir 2 Tage bei fast 4500 Meter oder höher und trotz intensiven Kokablätterkonsums hatte ich Dauerkopfschmerzen und nach einem Spurt von 20 Metern benötigte ich ungefähr 10 min. Pause. Wirklich die Landschafft zu beschreiben fällt schwer da müsst ihr euch die Fotos anschauen wenngleich die wirkliche Schönheit da auch nicht zur Geltung kommt. Meine Highlights waren die ersten zwei Tage da die Tour nur wenige Leute von Tupiza aus machen und man annähert alleine ist, der rote See und die Geysire. Am dritten Tag haben wir dann Uyuni erreicht, wir konnten leider nicht direkt durch die Wüste fahren da sie unter Wasser steht. Am 4 Tag ging es dann in die eigentliche Salzwüste. Einfach surreal. Habe danach in Uyuni noch Tomas wiedergetroffen und es ging dann direkt am Abend wieder mit ein paar Leuten in die Wüste auf eine Transparty mittendrin. Ein sehr bizarres Erlebnis aber schön. War mal was anderes, bei ungefähr -20 Grad tanzt man einfach nur noch um zu überleben (Im Zelt war es nicht auszuhalten). Nach 2 Tagen war ich aber echt durch und meine Füße wollten einfach nicht mehr und die Kälte in der Nacht war schon hart. So haben wir uns auf den Rückweg nach Uyuni gemacht und ich habe gleich den Bus nach Sucre genommen.

Schöne Grüße

Jan



Rally um Salta

7 05 2012

Hallo Zusammen

In Salta angekommen, hatte ich mit Martin und Tomas entschieden die Umgebung von Salta mit einem Auto zu erkunden. Salta an sich ist nicht so schön, interessant ist nur das auf der einen Seite Wüste ist und auf der anderen Dschungel gibt. Am nächsten Tag ging es mit einem kleinen Fiat Clio los in Richtung Cavayata. Die Landschaft ist sehr beeindruckend. Abends gab es noch ein Asado und für den nächsten Tag hatte sich noch eine Französin Oteant angeschlossen. Über die Rute 40 (alles Dirtroad) ging es nach Cachi. Da es an allen Enden und Ecken was zu sehen gabt haben wir für 200 km ungefähr 8 Stunden gebraucht. Nach Cachi ging es dann wieder zurück nach Salta. Leider schluck da das Wetter um (strömender Regen) und es wurde dunkel. Die weitere Fahrt war dann recht schwierig (ungefähr 5 Meter Sicht und die Straße hatte sich in einen Fluss verwandelt. Und dann war auch noch die Straßen nach Salta völlig überspült, wir hatten kein Sprit mehr (die Tankstelle auch nicht )und ein Hostel oder Hotel war nicht in Sicht. Dementsprechend haben wir dann vor dem Fluss gewartet und den verzweifelten Versuchen der anderen zugeschaut, abgesehen davon sind wir auch noch steckengeblieben. Schlussendlich haben wir es aber dann doch geschafft. Am nächsten Tag ging es dann Richtung Purmamacar. Auf dem Weg haben wir noch ein argentinisches Pärchen mitgenommen, die sich Abends dann mit einem Essen bedankt haben. Habe noch nie so bunte Felsen gesehen. Witziger weise haben wir noch an dem Tag herausgefunden das wir das Auto nicht nur 3 sondern 4 Tage gemietet hatten. Darum ging es dann am nächsten Tag noch weiter nach Tircata wo es einen netten Wasserfall mit beeindruckender Schlucht und eine alte Inkerstadt gibt. Das Auto mussten wir dann abends in Jujuy abgeben und wir hatten uns für die harte Variante für die Weiterreise entschieden. Was hieß, Gepäck am Busbahnhof unterbringen und bis 3 Uhr morgens eine kleine Stadtbesichtigung machen und dann ab zur bolivianischen Grenze.

Schöne Grüsse

Jan



Wein

27 04 2012

Hallo Zusammen

Nach der Wanderung ging es dann am nächsten Tag weiter nach Mendoza. Die Reisemüdigkeit hatte mich aber erfasst und ich brauchte dringend eine Auszeit von den ständigen Ortswechseln. Bei der Ankunft in Mendoza habe ich mir sofort eine Spanischschule gesucht und 2 Stunden später saß ich auch schon im Unterricht. Mein Zimmer passte auch super. Sehr ruhig in einer Villa bei einer älteren Dame. Nun ja das Reisen hat doch was gebracht ich habe einige Level übersprungen. Als neues Thema gab es ausschliesslich den Modo Subjunctivo(so ein Scheiss, wieviele verfluchte Konjukationen der Verben existieren denn). Hatte die Tageimmer 6 Stunden Unterricht (zu zweit) was den Tag vollkommen ausfüllt. Abgesehen von einem Besuch im Stadium (Sudamerikacup Gody Cruz gegen Chile…) habe ich es ruhig angehen lassen. Argentinische Fussballfans gehen zum Spiel um zu singen und beweissen dabei wirklich Ausdauer. Beim Stromausfall gab es dann noch ein Feuerwerk. Das Osterwochenende habe ich mit einer Weinradtour gestartet. Bin mit zwei Mädels aus der Schule durch die Weinanbaugebiete geradelt und habe mich betrunken (eh nein Wein getestet). Nun ja zum einen ist die Gegend nicht wirklich schön und der Grossteil der Weine war auch nicht überragend. Eine Ausnahme stellte die Bodega Tapiche dar. Und am Ostersonntag hatte das lange Warten entlich ein Ende, es ging zum Kletern. Leider wiedermal nur mit Tour möglich aber ich war glücklicherweise alleine mit dem Guide unterwegs, da die anderen  zu viel gesoffen hatten (Idioten). Tat mal wieder gut.

Schöne Grüße

Jan



Mon. Tronador

14 04 2012

Hallo Zusammen

Die Entscheidung fiel mir nicht leicht, wäre gerne mit Jaime, Sonja und Hakim weiterreisen (die sich so grob in Richtung Chile auf den Weg machen wollten). Aber der Ruf der Natur war dann doch stärker. Früh am Morgen habe ich mich auf den Weg zur Pampa Linda (2 Stunden mit dem Bus) gemacht. Auf dem Weg zum Busbahnhof kam mir noch Jaime entgegen getorkelt (ich bin am Vorabend schon um 3 Uhr ausgestiegen). Die Wanderung führte mich am ersten Tag auf den Mont. Tronador, den wohl schönsten Berg den ich je gesehen habe. Umgeben von einem Art Alpen Panorama thront dieser Vulcan einfach über Allem. Der Aufstieg war recht hart und noch dazu hatte ich mich beim Raften noch völlig erkältet (ein Hauptproblem war dabei das ich nicht genug Taschentücher dabei hatte). Abgesehen davon gab es einfach an allen Ecken und Enden Aussichtpunkte auf diese schwarzen Felswände mit unzähligen Wasserfällen und dem Gletscher wo man einfach mal stehenbleiben musst. Habe in einer Refugio am Beginn des Gletschers übernachtet und mich auskuriert, mit anderen Worten gerade bei Sonnenuntergang angekommen schnell draußen gekocht und mich hingelegt. Eigentlich ist es möglich hier einen Tag über den Gletscher zu wandern, mit einem Guide sogar Eisklettertouren zu unternehmen. Naja meine Planung reicht natürlich nicht so weit und es gab gerade an diesem Tag eine Militärübung die dies unmöglich machte. Wohl auch besser so, mit der Erkältung war ich so oder so kurz davor umzukehren. Nach dem ich am Morgen noch bis 12 Uhr nahe der Refugio ausgeruht habe bin ich aber dann doch weiter. Was soll man auch machen wenn  man auf einem beeindruckenden Gletscherfeld liegt, riesen Kondore 3 Meter über einem kreisen (die haben wohl meinen nahen Tod schon gerochen) mit wunderschöner Aussicht. So ging es weiter über den Pass del Nubes erst mal in ein Tal. Die Vegetation ist in der Region Dschungel mit dichtem Bambus und riesigen Bäumen (5m Durchmesser) und alles ist durchsetzt mit Sumpfgebieten. Eine ganz neue Erfahrung, die Wegfindung war auch alles andere als einfach. So habe ich einmal ein Fluss (tief und viel Wasser) auf einem dünnen Baumstamm überquert nur um festzustellen das ich völlig falsch bin (wenn man nicht auf dem Weg ist braucht man eine Machete um weiterzukommen). Am 3 Tag hatte ich mich auch wieder völlig regeneriert und hatte eine lange Strecke vor mir. Aber die schöne Aussicht auf der Hälfte hat mich aber praktisch gezwungen einfach mal 4 Stunden vor mich hin zu starren (eine schwarze Felswand mit ungefähr  50 Wasserfällen und Eisbrocken die vom Gletscher abbrachen/ das muss man einfach genießen) und den Rest auf den nächsten Tag zu verschieben. Das hieß mich am Morgen im Dunkeln durch den Dschungel zu schlagen da es nur ein Boot um 12-13 Uhr gab das nach Bariloche zurückkehrte. Insgesamt war ich diesmal auch ziemlich alleine. Nur ein Pärchen aus Finnland war noch auf dem Weg unterwegs. Dieses hatte ich schon im Bus kennengelehrt. So fühlte ich mich doch ein bisschen Sicherer und hatte auf den Campingstellen Abends immer Gesellschaft. Als ich nach Bariloche zurückkehrte habe ich sie natürlich wieder in „mein Hostel“ geführt und wir haben noch nett gekocht. Ich hätte insgesamt Provision von der Hostel verlangen sollen.

Schöne grüße

Jan