Das blaue Eis

20 03 2012

Hallo Zusammen

Zurück in der Zivilisation bin ich am Abend dann noch in das Nachtleben von Puerto Natales eingetaucht. Mein Zimmergenosse Jaime (Spanier) und ich sind nach guter südländischer Tradition um 10 losgezogen um noch was zu essen. Anschließend ging es in ein Pub. Das Nachtleben in Chile ist schon sehr schräg. Ein wohl sehr bekannter Sänger steht auf der Bühne mit seinem Laptop und spielt unglaublich schlechte Popmusik und erklärt  z.B. beim Lied von Tarkan worüber der Text handelt. Zwischendurch singt er noch Playback Schnulzen. Und es gibt dumme Spiele. Ich musste in einem Tanzbattle gegen einen Einheimischen antreten. War so oder so der einzige der Spanisch nicht so gut versteht und so stand ich dort und hatte keine Ahnung. Die Hauptaufgabe des Entertainers besteht aber im Verteilen von Freibier. Danach ging es noch in eine Disko wo ein echter Star aus der Hauptstadt auftrat. Das Unterhaltungsprogramm sah aber sehr ähnlich aus. Da unser Bus  um 7 Uhr morgens fuhr, bin ich um 6 ins Hostel gewankt und habe meine Sachen gepackt. Jaime wollte schlaffen und doch noch ein paar Tage in der Stadt bleiben(Mädel). Sehr schade mit ihm wäre ich gerne noch weiter gereist, gute Lebens- und Reiseeinstellung. El Calafate habe ich dann etwas übernächtigt mit dem Fahrrad erkundet. Insgesamt kann man sagen „Touristenloch“. Gestern habe ich mir dann doch noch einen sehr teures Vergnügen gegönnt. Aber wann bekommt man schon im Leben die Chance eine Wanderung auf einem riesigen Gletscher zu unternehmen. Sehr schön die Bilder sprechen für sich. zufälliger habe ich auf der Tour auch noch Janette wiedergetroffen, die ich auf der Torrestour kenngelernt habe (6 Tage auf demselben Campingplatz). War auch mal wieder schön sich länger in Deutsch zu Unterhalten.

Insgesamt bin ich im Moment ein bisschen planlos, so viele Möglichkeiten und doch nur begrenzte Zeit. Ich werde jetzt einfach irgendwie die Route 40 hochfahren und an ein paar Stellen noch Pausen machen (bisschen Badeurlaub an Seen wäre schön). Glücklicherweise hatte ich gestern noch  hochmotivierte Wandere getroffen die viele Trekks hier schon gemacht haben und so konnte ich schon mal meine nächsten Trekking Touren raussuchen. Zwei weitere 6 Tages Touren habe ich in Patagonien noch geplant. Diese sind dann auch wirklich einsam, wildcampen ist nicht nur erlaubt sondern von Nöten und die Beschreibungen hören sich super an. Eine geht an einem halb aktiven Vulkan entlang.
Schöne Grüße
Jan



Ein Traum in Gorotex

17 03 2012

Hallo Zusammen

Nachdem ich die Sonne genossen hatte und die Wettervorhersage für die nächsten Tage in Puerto Madryn nicht so gut aus sah habe ich mich weiter auf den Weg in den Süden gemacht. Mein Ziel war El Calafate. Bei der Ankunft sagte mir die Stadt nicht so zu und es gab auch keine Möglichkeit zum Wandern. So habe ich mich kurzer Hand in den nächsten Bus gesetzt und bin nach Puerto Natales gefahren. Früh am nächsten Morgen (nachdem ich meine Ausrüstung sortiert und Lebensmittel für 8 Tage gekauft hatte) ging es in den Parque National Paine del Torres. Bin 7 Tage das große „O“ gewandert. Die Landschaft ist einfach überwältigend. So unglaublich vielseitig, es ging in der Steppe los durch eine Landschaft die irgendwie wie eine Savanne aussieht in Wälder durch Sumpfgebiete ins Gebirge und umgeben ist das Ganze von riesigen Gletschern und Seen. Des Weiteren sind die Naturgewalten hier so unglaublich, da wird man von Windböen wirklich umgeworfen und das Wetter es definitiv sehr wechselhaft. Die Wege sind gut angelegt (mit einigen Herausforderungen aber immer irgendwie machbar). Einziger Wehrmustropfen war, das wild campen streng verboten ist und dies sogar kontrolliert wird, so musste man immer auf vorgegebenen Campingplätzen übernachten. Des Weiteren ist der vordere Teil der Wanderung völlig überlaufen da hat man keine 20 Minuten Ruhe auf den Wegen und die Campingplätze sind überfüllt. Diesen Teil, ob wohl er angeblich die berühmten Aussichtspunkte bietet, bin ich dann in 1,5 Tagen schnell abgelaufen und habe den hinteren Teil der Wanderung genossen. Am ersten Tag hatte ich noch ein chilenisches Pärchen kennengelernt mit denen ich zusammen gewandert bin (mein Spanisch wird besser) und auf dem Campingplatz habe ich Ragel wiedergetroffen (Bekannte aus Buenos Aires) was mich gefreut hat. Ansonsten habe ich es dann vorgezogen alleine zu wandern, ich bin einfach zu langsam, mache definitiv zu viele Raucherpausen und mag die Stille der Natur lieber. Insgesamt hat man sich am Abend so oder so auf den Campingplätzen wiedergetroffen. Wobei das „O“ nur sehr wenige Leute laufen (ungefähr 10 Personen auf den Campingplätzen). Heute entspanne ich mich in der Hostel was mir die Zeit gibt mal wieder was zu schreiben. Muss aber Chile so schnell wie möglich verlassen, das ist hier teurer als in der Schweiz und die melken die Touristen wie Kühe.

Schöne Grüße

Jan



Wind Wellen Surfen

17 03 2012

Hallo Zusammen

Nun ja jetzt hat es ja etwas länger gedauert und das ist alles nicht mehr so aktuell, dementsprechend gibt es nun gleich zwei Artikel. Habe letzte Woche noch ein paar Tage in Puerto Madryn einen Surf Kurs gemacht. Hat echt Spaß gemacht, es ging gleich aufs Wasser mit einem bisschen kleineren Brett und einem größeren Segel. War praktisch Privatunterricht wodurch ich auch richtig weit raus in die Bucht fahren konnte. Mit einen Meter hohen Wellen wird das Ganze aber deutlich anspruchsvoller. Werde versuchen einen weiteren Kurz in Peru oder Ecuador zu machen. Ansonsten war ich an einsamen Stränden und habe einfach ein bisschen ausgespannt. Hatte auch wieder Glück mit den Leuten.

Schöne Grüße

Jan



Der Wilde Süden

5 03 2012

Hallo Zusammen

Haben nun endlich Buenos Aires verlassen und die Reise kann beginnen. War der Stadt auch ein bisschen überdrüssig. Und in der Schule hatte ich einen schlechten Lehrer was ziemlich auf die Motivation drückt. Zum Abschluss habe ich doch nochmals ein paar Fotos, von den Leuten mit denen ich mehr unternommen habe, hochgeladen. Bin am Samstag nach Puerte Madryan gefahren also den wilden Süden Argentiniens. Sonntags ging es dann erst mal mit dem Fahrrad in die Wüste. Die Trials bitten ganz neue Herausforderungen. Leider war ich auf das nicht ganz vorbereitet und steckte mit den Flipflops ziemlich tief im Schlamm und auch in Dornenbüschen. Die Landschaft erinnert an den Wilden Westen, ziemlich trocken, windig und lebensfeindlich. Abends habe ich noch mit zwei Argentinierinnen gekocht und ein paar Bier getrunken. Heute ging es früh los auf eine 4*4 Tour über die Peninsula Valdes. Wunderschöne Tour durch die Steppe (Wüste). Neben den Hauptattraktionen, den Seelöwen, Seeelefanten und Pinguin- Kolonien, gab es auch noch allerhand Tiere zu sehen, von denen ich noch nie gehört habe (z.B. dieser Mischung aus Hase und Känguru). Leider ist nicht die Hauptsaison und die Kolonien sind nicht mehr so groß und die Wale sind weiter gezogen. Dafür besteht die Chance Orcas direkt am Strand zu sehen. Heute hat es leider nicht geklappt, es war Ebbe als wir da waren. Ich bin aber im Tierbeobachtungsfieber und dementsprechend werde ich morgen früh versuchen per Anhalter zum Aussichtspunkt zu kommen (100 km mitten im Naturschutzgebiet/ heute habe ich insgesamt 5 Autos im gesamten Park gesehen, hoffe das klappt). Auf dem Rückweg hat mich der Guide in Puerto Piramides abgesetzt, einem kleinen Dorf (besonders bekannt um Wale zu beobachten). Da gerade Nebensaison ist, wirkt das Dorf wie ausgestorben (sind nur 4 Leute in der Hostel). Zwar ist in der Hostel eine sehr nette Familie, die mir die ganze Zeit von ihrem selbstgebrauten Bier nachschenkt, trotzdem fühle ich mich das erste Mal auf der Reise ein bisschen Einsam. Das ist eben das Los des Alleine Reisens.

Schöne Größe

Jan

PS.: Mit den Fotos klappt das gerade nicht, (Stromausfälle und sehr langsames Wifi) werden nachgereicht