Die Todesstrasse in die grüne Höhle

29 07 2012

Hallo Zusammen

Nach der Kleinen Pause ging es dann weiter nach Rurrebuaque. Um rechtzeitig an der Bushaltestelle zu sein sollte man sich um 12 Uhr auf den Weg machen. An der Haltestelle angekommen (es regnete und stank nach Pisse, sehr deprimierend) erfuhr man dann dass es ja eine Baustelle (ungefähr ein Jahr) gibt und diese ist nur ab vier passierbar. Also Warten, Warten und Warten. Glücklicherweise hat diese Lethargie der Bolivianer abgefärbt und ich kann so etwas mit deutlich mehr Gelassenheit hinnehmen. Beim Warten auf dem Bus habe ich Simona (Physiologin aus Basel) kennengelernt mit der ich zusammen die nächste Woche gereist bin. Auch wenn ich die Abfahrt auf der Todesstrasse schon hinter mir hatte, war ich doch nicht vorbereitet auf diesen wahren Horror. Simona hatte mich noch vor dem Einsteigen gefragt ob ich Angst habe und ich wusste nicht was sie damit meint. Ich hatte auch auf meinen Fensterplatz völlig ahnungslos bestanden. Und dann nach 10 Minuten sah’s ich da schreiend im Bus. Mein Sitznachtbar (Sohn eines Busfahrers der diese Strecke sein lebenslang schon fährt) kannte glücklicherweise alle Unfallstellen und die Todesanzahl. Hauptproblem der Straße ist vor allem das sie recht unstabil ist (viele Erdrusche). Aber bei weitem gefährlicher ist das die Busfahrer bei der 20 Stündigen Fahrten einschlafen. Um dies zu verhindern, nehmen sie Koks und trinken Alkohol (ich hatte mich schon immer gefragt warum die so drauf sind). Also zusammengefasst sah’s ich gerade in einem Bus der ungefähr 5 cm (Reifen- Abgrundabstand)  neben einem 200-300 Meter Abgrund auf einer instabilen Straße dahin rast und der Fahrer war auf Koks und besoffen. Mit meiner Angst wahr ich nicht allein, auch die Bolivianer haben zwischen durch aufgeschrien und so unbegründet war sie nicht, im gleichen Zeitraum ist auf der Straße eine ganze Fußballmannschaft in den Tod gestützt. Zurück habe ich dann einen Flug genommen. Angekommen, haben wir uns erst mal auf die Suche nach einer Dschungeltour gemacht. Ich hatte Simona überzeug auf eine Pampatour aus ökologischen Gründen zu verzichten (abgesehen davon ist das reiner Massentourismus wo die Tiere einem vor die Füße gelegt werden und man sie streicheln darf). Nach langer Suche haben wir dann die ökoetno Agentur Mashane  gefunden. Wirklich super. Für ein paar Bolivianos mehr hatten wir einen Guide, Bootsmanns und Koch für 3 Tage für uns. Die Hütten im Dschungel und das Essen waren super und man konnte einfach entscheiden was man machen möchte. Nach einer 4 Stündigen Bootsfahrt in den Nationalpark und zu den Unterkünften ging es erst mal in den Busch. Der Guide war wie ein Mogli und man hat so mit der Zeit immer mehr über diesen Lebensraum gelehrt. Welche Geräusche zu welchem Tier gehört, was die Pflanzen so machen usw. Und so schlichen rannten und krochen wir durch den Dschungel mal den Geräuschen von Wildscheinen folgend, mal den seltsamen windähnlichen Geräuschen von Brühlaffen folgend. Am Abend ging es dann noch ans Flussufer um zwischen Kaimanen, Tapire zu beobachten (hatten Pech so ist das eben, aber meistens ist der Weg  ja so oder so das Ziel. Am nächsten Morgen ging es dann zum Piranha fischen. Nach 200 Baumstümpfen habe ich dann auch einen echt dicken am Hacken gehabt. Dann sind wir weiter auf dem Fluss zu einer Sandbank wo wir die kleinen Piranhas dann als Köder für die Großen benutzten und nach 10 Minuten hatte ich einen fetten Tigerfisch in der Hand. Der natürlich sofort auf den Grill wanderte  (sehr lecker). Abends ging es noch zu einer Papageienkolonie und wir haben mitten im Dschungel geschlafen. Am nächsten Tag wusste ich nicht so recht ob ich nun den 200 Wildschweinen hinterherrennen oder wegrennen sollte. Und dann ging es auf dem selbstgebauten Floss zurück. Übrigens narkotischen Pflanzen und Färbemittel sind wirklich sehr wirksam. Abends zurück in Rurrebuaque noch bis zum Ende in der Karaoke Bar gegenüber der Hostel rumgehangen. Das Gejaule war so laut man hätte so oder so nicht schlafen können. Da es keinen Rückflug nach La Paz für den nächsten Tag  gab haben wir noch als kleine Motorradgang die Gegend unsicher gemacht (echtes offroad Erlebnis auf den geliehen Taxibikes). Und dann ging es von der Graspiste in dem Miniflugzeug zurück nach La Paz.

Schöne Grüße

Jan



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3 Antworten zu “Die Todesstrasse in die grüne Höhle”

  • stephan sagt:

    Hallo Jan! Schön wieder von Dir zu hören, Du erlebst ja richtig was!! Bis wann bleibst du eigentlich noch? Freue mich auf weitere Reiseberichte! 🙂 Gruß, Stephan

  • rudi sagt:

    Coole Geschichten erlebst du da, schreib doch mal wieder!!!!!

    grüße von silivia und rudi

  • silvi sagt:

    Hallo Jan,
    wir freuen uns immer über Neuigkeiten von Dir !!! Tolle Flora und Fauna dort !!! Da habe ich ja wohl einiges verpaßt . Wie ist es in Kolumbien ? In der Nähe von Popayan gibt es übrigens auch ein Dorf Namens Silvia . Jetzt freuen wir uns aber auch schon darüber, Dich bald wieder zu sehen !!!

    Liebe Grüße und pass gut aud Dich auf, Silvi

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