Isla del Sol und Neujahr

25 08 2012

Hallo Zusammen

Nach dieser kräftezehrenden Wanderung habe ich erst mal einen Tag ausgeruht. Auf dem Weg nach Copacabana habe ich dann Gustabo (argentinischer Koch, einer von der Gruppe auf der Wanderung) getroffen mit dem ich die nächsten 2 Wochen zusammengereist bin. Er finanzierte sich die Reise so halb mit Gitarre spielen und Bändchen knüpfen wodurch die Reise Art mal ganz anders war. Durchgängig irgendwo auf der Straße hängenbleiben und ein bisschen mit anderen Musikmachen, das hat was. In Copacabana kamen wir dann rechtzeitig zum Neujahrsfest der Inka (Ini Rani) an und es gab Nachts eine Fette auf dem Heiligen Berg mit Schamanen und Ritualen zur Wahrsagung (Die Sonne ist dieses Jahr erzürnt). Und zum Sonnenaufgang wurde erstmal die Sonne umarmt, wobei vorher allerlei Opfergaben an Pajamama ins Feuer wanderten (besonders viel Alkohol). Sehr schöner Moment. Und dann ging es direkt auf die Isla del Sol. Wir hatten uns mit Lebensmitteln für 10 Tage eingedeckt (ein Koch achtet eben auf die Ernährung) und dann haben wir an verschiedenen Stränden gecampt, wobei die eigentliche Wanderung nur 20 km lang ist. Von den einsammen Stränden ging es manchmal noch zur nächsten Kneipe (1‘:30 Stunden entfernt) nur um dann mit der Flasche Schnaps über die Insel zu holpern. Morgens konnte man sogar in den See springen. Nach 4 Tagen haben wir uns dann wieder auf den Rückweg gemacht um weiter nach Cusco zu fahren.

Schöne Grüße

Jan



Sorata und das Ende der Welt

25 08 2012

Hallo Zusammen

Nach einem verflucht kalten Tag in La Paz ging es weiter nach Sorata, dem Trekkingmekka Boliviens. Hatte ein nettes Hostel gefunden und die Plaza lud einfach zum Relaxen ein. Nach einem entspannten Tag in der Stadt ging es dann mit dem Taxi zu einem anderen Bergdorf, von wo aus die Wandertour am Rande dieses riesigen Bergmassivs startete. Der Weg führte durch traumhaft einsame Dörfer, einzig einige Schaffs Hirten hat man getroffen. Naja was heißt schon Hirten das waren die waren Bergsteiger (wenn einem eine 60 jährige Oma mit ihren Schaffen auf einem 60 Grad steilen Hang entgegengejoggt kommt und die die 1000 Höhenmeter hochjoggt wofür man runter schon doppelt so lange gebraucht hat dann ist man doch sehr beeindruckt). Nach einigen Wirrungen habe ich recht spät ein altes verlassenes Fort zum campen gefunden (Holz für ein Feuer ist oberhalb von 4000 Meter Mangelware). Am nächsten Tag ging es dann weiter zur Laguna Chilene. Leider hatte ich mich vollkommen verlaufen. Hirten antworten generell mit „Si“ und sind nicht gerade eine Hilfe. Nach stundenlangen Irrwegen querfeldein  (mit recht steilen Klettereinlagen) habe ich dann doch irgendwann den See gefunden. Zum Glück gab es noch eine Gruppe Argentinier die mich zu heißem Api einluden (es gab kein Holz für ein Feuer) und mir am nächsten Tag den Weg zeigten. Beim Abendlichen Zähneputzen wurde ich noch von einem wahren Naturschauspiel. Ein Meteor (recht nah) zog eine wirklich beeindruckt große Feuerspur hinter sich her. Im ersten Moment habe ich nur an das Ende der Welt gedacht und wartete auf den alles zerstörenden Einschlag. Irgendwie war es dann doch nicht so schlimm und so ging es am nächsten Morgen weiter zum nächsten See auf 5000 Meter. Das Gepäck habe ich noch irgendwo versteckt (Diebe treiben sich dort rum, habe später auf meiner Reise auch jemanden getroffen dem genau dort alles gestohlen wurde). Die 1000 Höhenmeter zogen sich und es gab wirklich recht angsteinflößende Kletterpartie. Auf dem Weg zurück wurde ich dann noch von einem Schneesturm überrascht. Glücklicherweise habe ich die steilen Abschnitte noch vor der völligen Vereisung passieren können. Schnell noch mein Zelt im Schnee aufgebaut als ich endlich mein Zeug unter der Schneedecke gefunden hatte. Am nächsten Tag sah’s ich dann ziemlich in der Klemme der Pass war völlig vereist und die Sonne wollte einfach nicht den Schnee schmelzen. Zum Mittag habe ich dann angefangen mit einem Stein bewaffnet den Pass von Eisplatten zu reinigen. Das hieß 2 Stunden  Plagerei mit purem Nervenkitzel (steil war es auch noch). Irgendwie habe ich das dann doch alles überlebt und es folgte noch ein Abstieg über 2000 Höhenmeter. Das erste Mal das ich wirklich an meine Grenzen kam nicht nur Körperlich es war auch nervlich Anstrengend. Trotzdem wurde ich mit überwältigenden Aussichten über den Titkakasee belohnt.

PS: Wenn ihr es noch nicht gemerkt habe ich bleibe ein bisschen länger.